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Grossraubtiere – Wolf, Bär und Luchs in Graubünden Gibt es ein Miteinander von Alpwirtschaft und Grossraubtiere ?

Öffentliches WINTERGESPRÄCH des

WANN: Freitag, 3. Februar 2017

ZEIT:    20.00 Uhr

WO:     CHUR, City West, Event Halle (2. Stock). Parkkaus City West

PROGRAMM:

Begrüssung

Cornelia Aliesch, Präsidentin Bündner Älplerinnen- und Älplerverein

Einführungreferat

Georges Schnydrig , Präsident Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

Podium mit Diskussion

Gesprächsleitung Peter Küchler, Direktor LBBZ Plantahof

Ständerat Stefan Engler, Nationalrätin Silva Semadeni, Dr. Georg J. Brosi, Vorsteher Amt für Jagd und Fischerei GR, Thomas Roffler, Präsident Bündner Bauernverband, Peter Lüthi, Hirt, ehemaliger Geschäftsleiter WWF, Markus Gadient, Landwirt, Köbi Roth, Älpler, Rico Calcagnini, Präsident Sektion Graubünden – Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere, Otto Denoth, Vertreter Bündner Älplerinnen- und Älplerverein im Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere, Sektion Graubünden.

Apéro

Es sind alle Alpinteressierte / Alpmeister (auch Nichtmitglieder) ganz herzlich zum Wintergespräch eingeladen! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Bündner Älplerinnen- und Älplerverein

16.01.2017, Sion - Im Wallis ist am Montag eine kantonale Volksinitiative für ein "Wallis ohne Grossraubtiere" eingereicht worden. Die Initianten von CVP und CSP Oberwallis haben den Wolf, den Luchs und den Bär im Visier.

Die Volksinitiative wurde am Montag mit 9500 Unterschriften der Walliser Regierungspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten übergeben. Die Beglaubigung der Unterschriften steht noch aus, sie dürfte dennoch zu Stande gekommen sein - notwendig gewesen wären 6000 Unterschriften.

Mit der Initiative soll in der Kantonsverfassung verankert werden, dass "der Staat Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Beschränkung des Bestandes erlässt". Insbesondere sei die Einfuhr und die Freilassung von Grossraubtieren sowie die Förderung des Grossraubtierbestandes verboten.

Mit der Initiative soll der Bestand an Grossraubtieren wie jener des Wildes reguliert werden können. Der Kanton könne selbst entscheiden, wie viele Wölfe oder Luchse in den Wäldern des Kantons für eine ausgeglichene Fauna geduldet werden.

Das widerspricht aber der Berner Konvention, die gewisse Wildtierarten wie den Wolf wegen ihrer geringen Zahl schützt. Der Kanton selber könne nicht über eine Kündigung dieser Konvention entscheiden, sagte am Montag der CVP-Nationalrat Roberto Schmidt vor den Medien in Sitten.

Er würde aber Druck auf den Bund ausüben, wie Schmidt weiter ausführte. Es ist das erste Mal, dass ein Kanton diese Frage an der Urne klärt. Die kantonale Volksinitiative kommt im Bergkanton auf die politische Agenda, nachdem im vergangenen Herbst erstmals ein Wolfsrudel im Oberwallis bestätigt wurde.

Quelle: sda

Pressemitteilung des Vorstandes «Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere GR»

Am 27. November wird in 17 Gemeinden über den Beitritt zum Parc Adula abgestimmt. Die Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere GR ist über die Auswirkungen dieses umstrittenen neuen Nationalparkprojektes besorgt. Laut der Charta muss davon ausgegangen werden, dass der Wolf sich weiter verbreiten und Rudel bilden wird, der Bär im Park eine Möglichkeit zum Überwintern finden kann und dass die Grossraubtiere «zu Veränderungen der Nutzungsformen ... führen werden».

In der Charta wird unsinnigerweise gar behauptet, dass « ... ein Nationalpark von der Präsenz von Grossraubtieren aus einer touristischen Perspektive auch profitieren kann.» Der Charta ist eine sehr positive Haltung zur Ansiedlung von Wolf und Bär zu entnehmen. Kein Wort über die Bedrohung der Berg- und Alpwirtschaft und über die Konsequenzen für die Landschaft und ihre Biodiversität, die in jahrhundertlanger sorgfältiger und harter Arbeit durch unsere Bergbauern entstanden ist. Im beinahe zusammenhängenden Gebiet von Nationalpark, Park Ela, Park Beverin und Nationalpark Adula, das zusammengerechnet 30% der Fläche des Kanton Graubünden umfasst, steckt ein gefährliches Potential für die Entwicklung von starken Wolfspopulationen. Erfahrungen aus den umliegenden Ländern zeigen, dass der Wolf sich jährlich um mindestens 20-30% vermehrt.

In Frankreich zum Beispiel leben heute 400-600 Wölfe, die 2016 offiziell, trotz umfangreichem Herdenschutz, über 10'000 Nutztiere gerissen haben. Nach Angaben der französischen Behörden fanden in den Savoyer Alpen 85% der Wolfsattacken auf Herden mit mindestens zwei Schutzmassnahmen statt. Das beweist einmal mehr, dass der Herdenschutz ineffizient bis nutzlos ist: Die Wölfe sind sehr schlaue Tiere und passen sich schnell an neue Bedingungen an.

Laut einer Studie der Organisation für Raubtierökologie und Wildtiermanagement KORA soll die Schweiz Platz bieten für etwa 300 Wölfe, die bei einer Reproduktion von 20-30%, jährlich um weitere 60-90 Tiere zunehmen würden. So wären die gesamte Umgebungszone und die angrenzenden Täler von Wolfsübergriffen direkt betroffen. Die Region des vorgesehenen Nationalparkes Adula ist von grosser Bedeutung einerseits für die Weidewirtschaft mit der Produktion von gesunden Erzeugnissen, anderseits im Bereich von Erholung und Sport für die gesamte Bevölkerung. Nicht zu vergessen ist die Funktion der Beweidung für die Prävention vor Naturereignissen wie Lawinen, Murgängen, usw. Das sind die hauptsächlichen Gründen die uns aufrufen, alles zu tun, um die Aufgabe dieser Berggebiete zu verhindern.

Mit der Errichtung eines Nationalparkes wird die Ausbreitung der Grossraubtiere, die schon heute grosse Probleme für Nutztiere, Tierhalter und die Bevölkerung in den betroffenen Berggebiete verursacht, noch schneller zunehmen. Wir sind überzeugt, dass die Einheimischen bereits heute zu ihrer Region Sorge tragen und keine zusätzlichen Paragrafen benötigen, um ihre Landschaft zu schützen. Wir empfehlen ihnen daher den Nationalpark Adula abzulehnen.

Vorstand «Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere GR»

Wird der zweite Nationalpark in Graubünden realisiert, wird mit fünf Pärken 30% des Kantons Graubünden Park sein, die Hälfte davon Nationalpark mit totalen Verboten. Zum Vergleich: Der Kanton Wallis hat zwei Naturpärke, 8,7% der Kantonsfläche.

Flyer WARUM ES KEINEN NEUEN NATIONALPARK IN GRAUBÜNDEN BRAUCHT

Eine vielseitige Dokumentation zum Thema Wolf und Herdenschutz. Es kommen Direktbetroffene, Stadtbewohner, ein Universitätsprofessor und Historiker, ein Doktor der Ökologie und Herdenschutzbeauftragter, ein Landwirtschaftsberater und anderen, zu Wort.

Übersetzung Georges Stoffel

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