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Bern, Dienstag, 24. Mai 2016 - Die Umweltkommission will den Wolf nicht mehr als geschützte Art einstufen und somit dessen Jagd erlauben. Diese Massnahme ginge deutlich weiter als die massvolle Bestandsregulierung, welche das Parlament 2015 beschlossen hat. Die Kommission beantragt mit 11 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Walliser Standesinitiative 14.320 «Wolf. Fertig lustig!» Folge zu geben.

Diese verlangt, die Wolfsjagd zu erlauben und die Berner Konvention neu zu verhandeln, um einen Vorbehalt einführen zu können, der den Schutz des Wolfs für die Schweiz ausschliesst. Die Kommission hält fest, dass die Präventionsmassnahmen zum Herdenschutz sowie die einzelnen Abschüsse von Wölfen, die Schäden verursacht haben, Probleme bereiten, da sie zu kostspielig sind und die Wolfsangriffe nicht komplett unterbinden. Zudem besteht die Gefahr, dass sich diese Massnahmen negativ auf den Tourismus auswirken, da es nicht selten zu Angriffen von Herdenschutzhunden auf Wanderer kommt.

Parlamentsgebäude, Bern

Des Weiteren ist der Herdenschutz in gewissen Alpgebieten aus topografischen Gründen nur schwer umsetzbar. Schliesslich ist die Kommission der Ansicht, dass ein Zusammenleben mit dem Wolf angesichts der dichten Besiedlung der Schweiz in jedem Fall äusserst schwierig ist.

Die Minderheit beantragt die Ablehnung der Initiative. Sie erinnert an die 2015 an der Bundesrat überwiesene Motion Engler 14.3151, mit der die Räte eine ausgewogene Lösung gefunden hätten, welche sowohl den Anliegen der Bergbevölkerung als auch dem Schutz des Wolfes Rechnung trage. Der Schutz des Wolfes in der Schweiz sei durch die Verfassung und die Berner Konvention gewährleistet, schon allein deshalb dürfe die Jagd auf ihn kein Thema sein. Ferner befürchtet die Minderheit, dass die Annahme der Initiative die notwendige Optimierung der Bestandsregulierung verzögert.

Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere ist wenig überrascht über die illegalen Wolfsabschüsse im Kanton Wallis und Graubünden, lehnt diese aber aus rechtlichen Gründen ab. Wie befürchtet, nimmt die betroffene Bevölkerung infolge der rigiden Schutzbestimmungen die Sache zunehmend selber in die Hand.

Bern, 17.03.2016 - Die vorgefundenen Tierkadaver müssen unabhängigen Untersuchung zugeführt und die Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Abschüsse deuten auf die Folgen des rigiden Schutzkonzeptes des Bundes und das zunehmende Gefühl der Hilflosigkeit der Direktbetroffenen hin.

Der Verein Lebensraum ohne Grossraubtiere fordert deshalb mehr Handlungsspielraum auf kantonaler Ebene. Mit den gefundenen Tierkadavern taucht erneut die Frage auf, ob es sich tatsächlich um Wölfe handelt. Erste eine DNA-Anaylse und eine unabhängige kraniologische Untersuchung kann Klarheit schaffen.

Der Kadaver des Jungwolfs in Sils im Domleschg. (Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

Der Kadaver des Jungwolfs in Sils im Domleschg. (Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

Kann eine rein äusserliche Untersuchung aufgrund des Zustandes der Kadaver überhaupt gemacht werden? Waren die Tier eventuell krank, hatten Tollwut und verhielten sich anormal? Deutet die Feststellung eines starken Gebisses, ähnliche Grösse und Gewicht, automatisch auf Wolf hin?

Der Verein fordert aufgrund der aufgeworfenen Fragen eine vertiefte unabhängige Prüfung und eine Veröffentlichung des Berichts. Sollen die Kadaver als Beweismittel für die eingeleiteten Strafuntersuchungen dienen, muss Transparenz geschaffen werden. Dazu gehören auch die Beantwortung der gestellten Fragen und Forderungen des Vereins Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere nach mehr Handlungsspielraum in der Gesetzgebung.

Auskunft: G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58

Der Vorstand des Lebensraums Schweiz ohne Grossraubtiere informiert am 3. März 2016 eine Delegation von National- und Ständeräten sowie verschiedene landwirtschaftliche Verbände über die Situation der Grossraubtiere in der Schweiz

Dabei wurden die Anwesenden über die Umsetzung des Austrittes aus der Berner Konvention sowie der Motion Rieder (Imoberdorf) über die ganzjährige Bejagbarkeit des Wolfes, welche am 9. März 2016 vom Ständerat behandelt wird, sensibilisiert.

Der Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere hat im Weiteren seine Kernthemen wie den Erhalt des ländlichen Wirtschafts- und Lebensraums der Schweiz, den Schutz der Bevölkerung, die Sicherung der Landwirtschaft, die Interessenkonflikte mit dem Tourismus sowie Kosten- und Rechtsfragen präsentiert.

Die politischen Anträge sind deponiert. Der Verein erwartet die Umsetzung im Interesse und Respekt gegenüber den ländlichen Regionen. Die betroffenen Bevölkerungsgruppen zählen auf die Solidarität der Parlamentarier aus den urbanen Regionen.

Weitere Auskünfte:

G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58 Ko-Präsident Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

 

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie spricht sich für eine Änderung des Jagdgesetzes aus, damit der Wolf gejagt werden kann. Diese Massnahme geht deutlich weiter als die massvolle Bestandesregulierung, welche das Parlament noch im vergangenen Jahr beschlossen hatte.

Bern, 05.02.2016 - Mit 6 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen beantragt die Kommission ihrem Rat, der Mo. Imoberdorf (Rieder) 14.3570 „Den Wolf als jagdbare Tierart einzustufen“ zuzustimmen. Die Motion will den Bundesrat beauftragen, das Jagdgesetz dahingehend zu ändern, dass der Wolf ganzjährig gejagt werden kann.

Die Kommission hat einmal mehr betont, die Bedenken der betroffenen Bergkantone in der Sache Wolf müssten ernst genommen werden. So ist sie grundsätzlich der Auffassung, dass die Kantone für den Einzelabschuss von Wölfen mehr Kompetenzen bekommen sollten, als dies gegenwärtig im Gesetz vorgesehen ist.

Palazzo federale

Die Kommissionmehrheit will aber noch einen Schritt weiter gehen und mit der Annahme der Motion ein Zeichen setzen. Sie ist der Auffassung, das bisherige Konzept von Massnahmen zur Schadensverhütung (Herdenschutz) und einzelnen Abschüssen von schadenstiftenden Wölfen und bei regional hohen Beständen sei nicht ausreichend.

Die Zunahme der Wölfe müsse mit wirkungsvollen Bestandeseingriffen gebremst werden, das würden die Erfahrungen in verschiedenen Ländern Europas zeigen. Die Kommissionsmehrheit ist sich bewusst, dass die Forderung nach der Jagd auf den Wolf deutlich über den Rahmen hinausgeht, welcher mit der im letzten Jahr angenommenen Motion Engler 14.3151 gesteckt wurde.

Ebenso wenig ist die Jagd vereinbar mit dem Verbleib in der Berner Konvention, welche den Wolf als streng geschützte Tierart führt. So lehnt denn auch die Minderheit der Kommission die Motion ab und verweist auf die ausgewogene Lösung, welche die Räte mit der Überweisung der Motion Engler gefunden hätten. Diese versuche, den Anliegen der Bergbevölkerung und dem Schutz des Wolfes Rechnung zu tragen.

Sowohl die Verfassung wie auch die Berner Konvention gewährleisteten den Schutz des Wolfes in der Schweiz, stellt die Minderheit fest, schon nur deshalb stünde die Jagd ausser Frage. Im Zusammenhang beantragt die Kommission mit 10 zu 2 Stimmen, der Standesinitiative 14.320 des Kantons Wallis „Wolf. Fertig lustig!“ keine Folge zu geben.

Die Initiative fordert das Parlament zu einer Gesetzesänderung auf, die mit dem Anliegen der Motion übereinstimmt. Vor dem Hintergrund der Zustimmung zur Motion müsse das Parlament nicht selber gesetzgeberisch tätig werden, stellt die Kommission fest.

Bern, 26.01.2016 - Seit gut fünf Jahren bastelt das BAFU an einem wirksamen Wolfskonzept herum. Entgegen besseren Wissens hält es am Prinzip einer flächendeckenden Ausbreitung der Wölfe in der Schweiz fest.

Die Konsequenzen sind heute feststellbar: Rekordhohe Risszahlen bei Nutztieren im Sömmerungsgebiet, Übergriffe auf Rinder auf den Heimbetrieben und streunende Wölfe in Siedlungen. Der Bund bessert ständig nach und betreibt eine „Pflästerlipolitik“.

In der vorliegenden Vollzugshilfe zum Wolfsmanagement bekennt er sich erstmals zur Gefährlichkeit vom Wolf für den Menschen beziehungsweise Haushunden. Die Einschätzung vom BAFU geht in die richtige Richtung, klammert aber die Gefährlichkeit von Wölfen für die Nutztiere aus.

So schätzt das BAFU die Tötung von Nutztieren am hellen Tag als unbedenkliches Verhalten ein. Ebenso Risse in der Nähe von bewohnten Häuser und Siedlungen. Bloss auffällig verhält sich ein Wolf, der trotz Herdenschutz in der Nähe von Siedlungen Nutztiere wie Kälber, Schafe oder Ziegen angreift und tötet.

Tötet ein Wolf hingegen ein Haushund, ist das Grund genug, ihn sofort zum Abschuss freizugeben. Nutztierhalter und deren Schutzbefohlene werden dem Wolf quasi zum Frass vorgeworfen. Die Interessen der Bergbevölkerung und Tierhalter werden ignoriert.

Der Verein Lebensraum ohne Grossraubtiere fordert das BAFU auf, dringend Korrekturen vorzunehmen: Wolfangriffe auf Nutztiere sind als unerwünschtes und problematisches Verhalten eines Wolfes einzustufen.

Weitere Auskünft: G. Schnydrig Tel. +41 78 736 62 58 G. Mattei Tel. +41 79 428 40 59 Ko-Präsidenten Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

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