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Unser Mitglied Silvan Darms hat, als Reaktion auf die Tötung einer siebenjährigen Mutterkuh durch Wölfe aus dem Beverinrudel auf der Alp Nurdagn am Schamserberg, eine Petition lanciert.

Unser Vorstand steht voll hinter dieser Aktion. Sie soll ein weiteres Zeichen setzen gegen die aktuelle Grossraubtierpolitik und Druck auf die Behörden ausüben, konkrete Massnahmen zu treffen gegen die unhaltbare Situation mit den Wölfen.

Die Petition fordert: Die sofortige Entnahme des "Beverin-Rudels" allen voran des Leitrüden M92

Hier der Link zur Petition, wir empfehlen sie zur Unterschrift!

https://www.change.org/p/die-sofortige-entnahme-des-beverin-rudels-allen-voran-des-leitrüden-m92

Für den Bündner Verein zum Schutz der ländlichen Lebensräume vor Grossraubtieren Rico Calcagnini, Präsident

 

 

In Graubünden haben mehrere Wölfe in der Nacht auf Samstag eine Mutterkuh angegriffen und getötet. Es handelt sich laut den Behörden um den ersten Fall im Kanton, bei dem ein ausgewachsenes Nutztier aus einer Rinderfamilie von einem oder mehreren Wölfen getötet wurde.

Die Tötung einer ausgewachsenen Mutterkuh sei eine "absolut neue Dimension", sagte der Amtsleiter für Jagd und Fischerei, Adrian Arquint, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Der Vorfall ereignete sich auf der Alp Nurdagn am Schamserberg, wie der Kanton Graubünden mitteilte. Der Fundort des toten Nutztieres lag im Streifgebiet des sogenannten Beverin-Rudels.

Alppersonal habe beobachtet, dass etwa drei Wölfe die Mutterkuh stark "genutzt" hätten, sagte Arquint weiter. Die siebenjährige Kuh befand sich nach Angaben der Behörden zusammen mit weiteren Artgenossen innerhalb eines eingezäunten Areals. Dieser Zaun gelte aber nicht als Herdenschutzmassnahme. Bei grösseren Nutztieren seien keine solche Vorkehrungen mehr vorgesehen, sagte der Amtsleiter.

Der Kantonsvertreter äusserte sich über den Vorfall sehr besorgt. Die Wölfe des Beverin-Rudels würden sich bereits seit mehreren Jahren "sehr problematisch" verhalten. 2020 riss das Rudel einen Esel. Die Raubtiere seien geübt darin, Herdenschutzmassnahmen zu umgehen, sagte Arquint weiter. Einen Antrag, das Vatertier des Rudels abzuschiessen, wies der Bund jedoch ab.

Peilsender für Wolf

Die Wildhüter wollen nun die Tiere vertreiben. Dafür soll am Rissort ein Wolf des Beverin-Rudels narkotisiert und mit einem GPS-Sender ausgerüstet werden. Mit dem Peilsender wollen die Behörden mehr Informationen über das Raumverhalten der Tiere sammeln. Ausserdem würde eine solche Aktion die Raubtiere "vergrämen".

Im Streifgebiet dieses Wolfsrudels sei die vom Bund für sogenannte Regulationsabschüsse vorgegebene Schwelle der Anzahl gerissener Nutztiere bereits vor dem Vorfall auf der Alp Nurdagn erreicht worden, hiess es in der Mitteilung weiter. Solche Abschüsse seien aber derzeit erst möglich, wenn der Umfang des Nachwuchses im Rudel bestätigt werden könne.

Dies könne noch bis Ende Juli, spätestens Anfangs September dauern, sagte Arquint. Dann werde voraussichtlich die Hälfte der Jungtiere abgeschossen.

Quelle SDA -Keystone

 

Die Wildhut des Kantons Graubünden hat den Wolf schon seit mehreren Monaten beobachtet. In dieser Zeit habe das Tier öfters problematisches Verhalten gezeigt und sei gegenüber Menschen potentiell gefährlich gewesen, heisst es aus Chur. Die Wildhut hat den Wolf deshalb in der Nacht auf Freitag geschossen

Das Tier ist laut Adrian Arquint, Jagdinspektor des Kantons Graubünden, den Menschen immer näher gekommen. Es habe zuletzt einen Menschen unbemerkt verfolgt und sich längere Zeit im Abstand von zwei Metern zur Person aufgehalten.

Es dürfte sich nach Einschätzung der Behörden um ein Einzeltier handeln. Mehrere Versuche, den Wolf mit einem Telemetrie-Sender zu versehen und mit Gummischrot zu vergrämen, seien erfolglos geblieben.

Deshalb habe man sich zum Abschuss entschieden, sagt Jagdinspektor Adrian Arquint. Das Tier sei in unmittelbarer Siedlungsnähe erlegt worden. Die Bündner Wildhut stützt sich beim Abschuss auf die polizeiliche Generalklausel, die besagt, dass Behörden bei einer Gefahr für die Bevölkerung eigenmächtig handeln dürfen.

Als erste Umweltorganisation hat Pro Natura auf den Abschuss reagiert. Man könne die Gründe für diesen Abschuss nachvollziehen, heisst es auf Nachfrage des Regionaljournals Graubünden.

 

Die kantonalen Delegierten des „Vereins Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere“ stimmten an der 6. Delegiertenversammlung einer Namensänderung zu. Die neue Bezeichnung „Verein Schweiz zum Schutz der ländlichen Lebensräume vor Grossraubtieren“ entspricht der bereits heute gültigen langfristigen Vereinsstrategie im Umgang mit Grossraubtieren.

Die Vertreterinnen und Vertreter der kantonalen Organisationen nehmen mit Besorgnis zur Kenntnis, dass die aktuelle Anpassung der Jagdverordnung im Rahmen des geltenden Gesetzes die Probleme nicht zu adressieren vermag: Zu den drängenden Problemen gehören der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung, die Bezeichnung von Vorranggebieten für Nutz– und Wildtiere, die präventive Regulation von Wölfen, eine rasche Bestimmung der DNA bei Wolfsangriffen, keine Kürzung von Direktzahlungen bei frühzeitiger Abalpung wegen Wolfspräsenz, die vollständige Übernahme der Kosten für den Herdenschutz, die Abgeltung von Wolfsrissen in nicht schützbaren Alpgebieten, zusätzliche Massnahmen in betroffenen Tourismusregionen sowie die Herabsetzung des Wolfsschutzes in der Berner Konvention.

Statt wie in der Jagdverordnung vorgeschlagen, die Anzahl getöteter Nutztiere als Abschusskriterium beizuziehen, sollen nach Antrag des Vereins neu die Anzahl Angriffe auf Nutztiere als Kriterium dienen. Die endlose Diskussion über die verletzten, vermissten oder notgeschlachteten Tiere würden damit hinfällig. Als stossend empfunden wird zudem die fehlende Transparenz der Behörden bezüglich den durch Wolfsangriffe getöteten, verletzten und vermissten Nutztieren. Als Gegengewicht zum staatlichen Monopol unterstützt der Verein deshalb ein webbasiertes Meldesystem, mit welchem Schäden an Nutztieren selber erfasst, bewertet und publiziert werden können.

Gemeinsam mit den parlamentarischen Vertretern der Interessensgruppe Sicherheit im Bundesparlament, wird der Verein den politischen Druck auf die Verwaltung weiterhin hochhalten.

Für Rückfragen:

G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58
G. Mattei Tel. 079 428 40 59
Ko-Präsidenten Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere
www.lr-grt.ch

Eidg. Dep. für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)
Bundesrätin Simonetta Sommaruga
Bundeshaus Nord
CH-3003 Bern

Bern, 6. Juli 2021

Sehr geehrte Frau Bundesrätin,

Die Vertreterinnen und Vertreter der Bergkantone fordern Sie als Vorsteherin des zuständigen Bundesamtes für Umwelt (BAFU) mit aller Dringlichkeit auf, rasch Massnahmen gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes zu ergreifen. Die Lage in den betroffenen Regionen droht vollends ausser Kontrolle zu geraten. Im Kanton Graubünden und in weiteren Kantonen herrschen Zustände, vor denen wir seit Jahren warnen und nun trauriger Alltag sind:

  • Stark ansteigende tödliche Angriffe auf geschützte Schafherden und notfallmässige Abalpungen bereits anfangs der Weidesaison, wie jüngst in den Regionen Klosters oder im Goms.
  • Angriffe auf Kuhherden, die zu Panik und Abstürzen führen.
  •  Mögliche Begegnungen mit dem Wolf zu jeder Tages- und Nachtzeit.
  •  Umherstreifende Wolfrudel in und um Dörfer, ohne Scheu vor dem Menschen und seiner Habe.
  •  Rindviehhaltung in artgerechten Laufhöfen ist kaum mehr sicher zu betreiben.
  • Der Herdenschutzaufwand steigt unaufhörlich. Die Schäden nehmen auch auf geschützten Wiesen und Alpen weiter zu.
  • Alpine Tourismusregionen werden für den Menschen unsicher


Es besteht dringender Handlungs- und Klärungsbedarf in zahlreichen Punkten, welche im Rahmen der vergangenen Verordnungsanpassung nicht behandelt worden sind, so in den Bereichen

  • Schutz und Sicherheit der Bevölkerung,
  • Schaffung von Vorranggebiete für Nutz- und Wildtiere,
  • Präventive Regulation der Wolfspopulation,
  • saubere Definition von schützbaren und nicht schützbaren Weidegebieten mit der Validierung der kantonalen Alpplanungen durch das BAFU,
  • vollständige Abgeltung von Herdenschutzmassnahmen und Auszahlung der Sömmerungsbeiträgen trotz vorzeitiger Abalpung nach Wolfsangriffen,
  • Unterstützung der Tourismusregionen zum Schutz der Gäste und Sicherung der Wanderwege.
  • Durchsetzung des Schweizer Antrags zur Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs in der Berner Konvention.


Wie der Bundesrat in seinen Antworten auf die Vorstösse aus dem Parlament darlegte, wird im Herbst 2022 eine Grundlagenstudie der Agroscope erwartet, die den notwendigen Handlungsbedarf bezeichnen und Massnahmen vorschlagen wird. Im Herbst 2023 wird der Bundesrat dann einen dazugehörigen Bericht publizieren. Angesichts des dringenden Handlungsbedarfs fühlt sich die betroffene Bevölkerung mit der Aussicht auf einen Bericht in zwei Jahre alleine gelassen und nicht ernst genommen. Es braucht jetzt praxisorientierte Lösungsansätze, die beispielsweise im Rahmen von geografisch und zeitlich begrenzten Pilotprojekten erprobt werden können. Die Ergebnisse der Pilote schaffen die nötigen Grundlagen für schweizweit wirkungsvolle Massnahmen.


Ohne die Möglichkeit und die Perspektive den weiter massiv zunehmenden Wolfsangriffen etwas entgegen zu setzen, werden die betroffenen Berggebiete in kurzer Zeit ausbluten. Die Offenhaltung und Pflege der artenreichen Bergweiden sind in Gefahr. Es drohen die Verbuschung ganzer Talschaften und der einhergehende Verlust der Biodiversität.
Wir möchten deshalb mit Ihnen Frau Bundesrätin möglichst rasch in einen Dialog treten und Ihnen unsere Anliegen aus erster Hand darlegen. Ferner würde es uns freuen, Ihnen mögliche Handlungsoptionen aufzuzeigen, welche die Alp- und Weidewirtschaft im Umgang mit dem Wolf unterstützen könnten. Wir freuen uns auf eine Einladung.


Freundlichen Grüssen


NR Monika Rüegger Co-Präsidentin IG -Sicherheit

Georges Schnydrig und Germano Mattei Co-Präsidenten VSLvGRT

 

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