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Die komplexen Hintergründe des „Rewilding“, des „Zurück zur Wildnis“ mittels Pärken und der Ansiedlung von Großraubtieren

von Georges Stoffel

Das Rewilding mit streng geschützten Grossraubtieren führt zum Untergang der Jahrtausendealten alpinen Kulturlandschaft, mit ihrer durch Alpwirtschaft einzigartigen hohen Biodiversität

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Zur Sache

Die Frage nach einem Beitritt zu einem Parkprojekt stellt sich heute, mit der aktu- ell neuen Wolfs-und Grossraubtierproblematik, anders dar als noch vor ein paar Jahren oder Jahrzehnten, als man naiv die von der „Welt-Naturschutz-Union IUCN“ initiierte „Berner Konvention“ zum totalen Schutz des Wolfes unter- schrieben hatte. Man war sich der Raubtierproblematik nicht im Geringsten be- wusst, weil es keine oder nur einzelne Wölfe gab und darum auch keine oder nur geringe Schäden beim Nutzvieh. Und man konnte nicht ahnen, dass die IUCN die Wiederansiedlung des Wolfes generalstabsmässig verdeckt geplant und umgesetzt hat. Niemand wusste was da kommen würde.

Das hat sich in den letzten zwei Jahren schlagartig geändert, weil die Wolfsattacken auf Nutzvieh in der Schweiz, mit der sich jährlich um 30% vermehrenden Wolfspopulation stark zugenommen haben. In der Schweiz vermutet man 30-50 Wölfe.

Die gravierenden Folgen für die Alpwirtschaft in Frankreich, mit einer Wolfspo- pulation von ca. 300 Wölfen und 10’000 tödlichen Wolfsattacken im Jahr, lassen aufhorchen.

Die Schweizer Alpwirtschaft dehnt sich über 560‘000 Hektaren Alpweiden aus, welches einem Drittel der Schweizerischen landwirtschaftlichen Nutzfläche entspricht.

Auf 7’300 Alpbetrieben werden jährlich ca. 600‘000 Tiere gesömmert. Auf die- ser natürlichen Weidegrasressource werden ohne Zusatzfutter, 100‘000 Tonnen Milch gemolken. Davon werden 60 Prozent zu ca. 5‘200 Tonnen Käse verar- beitet.

Früher genossen die Pärke allgemeine Akzeptanz. Heute aber, vor dem Hintergrund von Grossraubtieren, welche die Bäuerliche Existenz und das von Alpwirtschaft geprägte einzigartige Ökosystem gefährden, beginnt sich das zu ändern.

Die offensichtlich gezielte, aggressive Wiederansiedlung des Wolfes und anderer Grossraubtiere, gibt der Berechtigung von Pärken eine neue nie dagewesene ne- gative Dimension. Trotz gegenteiliger Faktenlage behaupten PRO NATURA und WWF, dass das Zusammenleben mit dem Wolf, bei genügend Herdenschutz, gut funktioniere. Das stimmt nachweislich nicht, wenn Wolfspopulationen überhand- nehmen und der Mensch sich, wegen des totalen Schutzstatus des Wolfes durch die „Berner Konvention“, nicht gegen ihn wehren darf. Der Wolf lernt somit, dass er kein Risiko eingeht. Seit Menschengedenken hat es das nie gegeben, dass sich Grossraubtiere völlig frei entfalten können. Eine angeblich mögliche, friedliche Koexistenz zwischen dem geschützten wilden Wolf und der Tierhaltung nur mit Herdenschutz, ist eine gezielte Desinformation der Naturschutzverbände. Der Wolf und andere Grossraubtiere sollen helfen in dünnbesiedelten Regionen die Rückkehr zur Wildnis aktiv zu verwirklichen. Mit dem Nein zum Natio- nalparkprojekt Adula 2016 wurde ein wichtiger Paradigmenwechsel eingeleitet. Neben den alten Befürchtungen des Souveränitätsverlustes bei einem Beitritt in ein Parkprojekt kommt nun die Sorge vor einer ausufernden Grossraubtierpro- blematik mit existentiellen Folgen für die Alpwirtschaft hinzu. Ausserdem auch die, vor einer Forderung nach Abschaffung der Jagd, um sie den Wölfen und anderen Grossraubtieren zu überlassen. Das Jagdverbot ist zuerst für die Pärke, zur Schaffung von neuen Wildnisgebieten, vorgesehen.

Das wäre das Ende einer Jahrtausendealter alpinen Kultur, weil die Pärke mitten in grossflächigen weidewirtschaflich genutzen Alpen liegen.

Welt-Naturschutz-Union IUCN (www.iucn.org)

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), auch Weltnaturschutzunion genannt, ist eine interna- tionale Nichtregierungsorganisation mit 1000 Angestellten in 62 Ländern. Sie wurde 1948 gegründet und hat Mitglieder aus 80 Staaten (Umweltministerien etc.), aus 120 Regierungsorganen, aus über 1.100 Nichtregierungsorganisationen. Beteiligt sind 16’000 Experten in sechs Kommissionen und Wissenschaftler aus 181 Ländern in einer aussergewöhnlichen Partnerschaft. Die IUCN hat die Aufgabe, in Sachen Naturschutz, überall global die Gesellschaft zu beeinflussen.

Gegen dieses Ziel ist an sich nichts einzuwenden. Aber die mit den Jahren gewachsene Grösse und Macht der Organisation, ihr Multimil- larden Budget für Projekte, hat sie die Bodenhaftung verlieren lassen. Das zeigt sich an ihrer selbstgefälligen rücksichtslosen, ihre Partner täuschenden, Rewilding Vision mittels Grossraubtieren.

Die IUCN hat die Umsetzung Holding-mässig an eine Unterorganisation, der „Grossraubtierinitiative für Europa“ LCIE (Large Car- nivore Initiative for Europe) delegiert. Die Strategie des „Zurück-zur Wildnis“, des „Rewilding“ mittels Pärken, ist ein erklärtes Ziel der Welt-Naturschutz-Union IUCN, des WWF und ihrer Schwesternorganisationen, Pro Natura und vielen andern.

Die IUCN ist eine sehr grosse Gruppe von Intellektuellen, die sich erhaben über die vom Rewilding betroffene Bäuerliche Bevölkerung stellt. Sie sehen sich offensichtlich als „Menschen höherer Qualität“, im Sinne entsprechender Wortwahl des bedeutenden Eugenikers und Gründers der IUCN Sir Julian Huxley. Sie planen abgehoben die ländliche Welt der Zukunft, obwohl diese Gebiete ihnen nicht gehören.

Das erzwungene Etablieren von Pärken, wie in anderen Ländern, wo die betroffene Bevölkerung politisch übergangen wird, kommt einer

Quasi-Enteignung gleich.

PRO NATURA argumentiert, Pärke seien von nationaler Bedeutung und darum müsste auch die ganze Nation darüber abstimmen können. Sie rechnen sich aus, dass mit dem Instrumentalisieren der 84% urbaner Bevölkerung, die betroffene ländliche Bevölkerung übergangen werden könnte. Gut leben wir in der Schweiz mit ihren demokratischen Regeln. Unabhängig vom Entscheidungsprozess, kann man sich die Frage stellen, was von grösserer nationaler Bedeutung ist: Die nachhaltige Nutzung der Alpen (ein Drittel der landwirtschaftlichen Schweizerischen Nutzfläche) für die Ernährungsautonomie, die erwiesenermassen eine hohe Biodiversität hervorbringt; oder die Vision der Entstehung von Wildnis mit Grossraubtieren.

Ganz entscheidend dabei ist zu erkennen, dass die Einrichtung von Pärken, eine internationale Strategie dieser Orga- nisation ist.

Die IUCN hat für die ganze Welt die Einteilung der Pärke in bestimmte Kategorien und ihr Schutzmanagement, ihre Ziele und entspre- chende Massnahmen, definiert. Diese Vorgaben werden bei der Planung und Entwicklung neuer Pärke angewendet und bekamen ihre rechtliche Befugnis mit der Übernahme ins Schweizerische Natur-und Heimatschutzgesetz (NHG).

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